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Durch Fehler wird man erwachsen: Mercedes-Benz in der Pubertät?

Zugegeben: wer einen Stern vor sich her schiebt, gilt nicht unbedingt als besonders hipp oder jugendlich. Mehr so Opa mit Hut und ein Einpark-Problemen. Bis jetzt: denn Mercedes wagt den Schritt weg vom elitären Luxusprodukt, hin zur Lösung für Alltagssituationen... Und wird damit zum neuen Stern am Marketing-Horizont ... #growup #mercedesbenz #editorial #marketing #success #newbeginnings

Wenn etwas neu ist, ist es meist auf Englisch und kommt entweder aus Übersee oder der Querdenker-Stadt Berlin. Insofern ist die neue Kampagne #growup von Mercedes-Benz eigentlich nichts Neues: die Videos sind auf Englisch, die Köpfe dahinter kommen aus Berlin. Was allerdings nicht nur neu sondern sogar selten ist, ist der Mut der Marke, mit Unvollkommenheit und Problemen zu werben. In der neuen Kampagne #growup geht es nicht darum die Kompaktklasse als Produkt-Palette anzupreisen, es scheint tatsächlich so, als wolle das Stuttgarter Unternehmen den Anliegen ihrer Kunden tatsächlich Lösungen anbieten. Mit viel Authentizität und einen guten Storytelling macht sich Mercedes auf den Weg, vom verstaubten und elitären Premium-Anbieter im Elfenbeinturm das neue Land junger Menschen und deren Lebenswelt zu erreichen.
 
Nahbar und ehrlich: Mercedes als eigener Influencer
Seit ein paar Monaten gibt es einen Ruck in der Social Media Welt: Sport-Blogger und Instagram-Fitness-Ikonen präsentieren sich auf einmal von ihrer gar nicht so durchtrainierten, sehr sympathisch mit dem ein oder anderen Speckröhrchen versehenen Seite, beauty Blogger zeigen sich ungeschminkt uns Stars wie Alicia Keys zeigen dem Schönheitswahn eindrucksvoll die kalte Schulter. Eine Welle, die Mercedes-Benz für sich nutzen will, um gerade die jungen Menschen für sich zu gewinnen. Mit Problemen beim Erwachsenwerden, dem Spannungsfeld von Freundschaften und zerplatzen Träumen - eine ungewöhnliche Art zu "werben". Doch genau das kann aus Sicht von Editorial Marketing der Marke den entscheidenden Vorsprung in der Zukunft sichern: Denn wenn eine Marke es schafft, dass die Kunden sich tatsächlich in den Lösungsversprechungen wiederfinden und nicht irgendwas zwischen schockiert und fasziniert von den schönen Menschen in Hochglanz-Werbungen sind, dann werden Kunden zu dem, was seit Facebook und Co. offensichtlich Maxime in Sachen "Kundenbindung" ist - nämlich Fans. Und dazu brauchts keine Teenie-Influencer, sondern nur ein stimmiges Gesamtbild.
 
Mehr Situationen für Emotionen statt Superlativ-Versprechen
Wer sich die mehr als 100 Bewegtbildsequenzen und über 90 Lifestyle- und Produktbilder mal genauer anschaut, stellt fest, dass keine ganzen Geschichten erzählt werden. Die Agentur Antoni aus Berlin setzt bewusst auf Fragmente von Alltagssituationen: der Streit mit dem Mann, das Wiedersehen mit der eigentlich schon vergessenen Freundin - all das ist so authentisch und wenig pompös inszeniert, dass vermutlich der ein oder andere alte Marketingshase erst mal vor Veröffentlichung mit dem Rotstift ein "Vorsicht, ist das nicht zu negativ? Wo Sind die Superaltive was das Auto alles kann?" auf seinen Notizblock gekritzelt hat. Aber genau das wollen vor allem junge Menschen, die in Social Media ohnehin oft auf der Suche nach dem "echten Leben" sind.
 
Von Motorsport bishin zu Facebook - Hauptsache authentisch

Mercedes will's wirklich durchziehen: Sie schicken Fans und Zuschauer mit Mick Schumacher in die Fahrschule von Youtuber Harry G  und präsentieren "den neuen im Formel-1-Team" Valtteri Bottas als Fahrer mit Herz zum "Anfassen" - egal wo es geht, authentisch muss es sein. Zumindest in der Welt der Nullen und Einsen scheint das Konzept von den Stuttgartern aufzugehen. Mercedes ist in der Pubertät, auf dem Weg zum neuen Markenimage. Ob der Plan tatsächlich aufgeht, werden dann die Verkaufszahlen zeigen. Denn eine Content-Kampagne ist nur so gut, wie ihr Erfolg in Sachen Verkaufszahlen....



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